Unser Geldsystem


Geld, kaum ein anderes Prdoukt wird so alltäglich verwendet. Ein Leben ohne Geld scheint in unserer modernen Gesellschaft unmöglich.

Doch woher kommt unser Geld eigentlich? Wer gibt es heraus? Und warum, so scheint es, ist immer viel zu wenig davon vorhanden? Die meisten Menschen wissen recht wenig über die Geldschaffung und das eigentliche Geldsystem, denn in den Schulen kommt dieses Themenfeld eigentlich so gut wie nie zur Sprache. In den Medien wird auch nicht darüber berichtet, selbst in Zeiten der Finanzkrisen und nahenden Staatspleiten wird über das Geldsystem an sich und die grundlegende Geldproduktion nicht gesprochen. Sollte über etwas wie Geld und seine Hintergründe nicht eigentlich jeder Bürger Bescheid wissen? Jeder sollte doch erfahren wo sein Geld herkommt, und welche Prozesse damit verbunden sind!

Die Prinzipien nach denen die Geldschaffung funktioniert sind eigentlich relativ simpel. Die meisten Menschen denken das Geld wird vom Staat gedruckt und dieser verteilt es anschließend nach seinem eigenen Gutdünken. Diese Annahme ist jedoch falsch. Geldschaffung liegt in erster Linie in den Händen privater Banken. Es ist richtig, dass die Politiker die Gesetze bestimmen nach denen ein Staat funktionieren sollte. Aber die Kontrolle über Geld, Inflation und Deflation lassen sie sich zu größten Teilen vorenthalten.

Geld entsteht immer dann wenn ein Kredit aufgenommen wird. Die Geschäftsbanken vergeben Kredite an andere Banken oder Privatkunden, so können aus einem geringen Eigenkapital von etwa 10%  (wird von der zuständigen Zentralbank vorgeschrieben) 100% Kredit verliehen werden.  Auf diese verliehene Summe werden Zinsen veranschlagt, die zusammen mit dem geliehenen Betrag zurückgezahlt werden müssen. Durch die Rückzahlung wird die geliehene Summe getilgt, wobei die Zinsen direkt in Tasche der Banken fließen. Auch unser Staat muss bei Geldmangel einen Kredit bei einer Bank aufnehmen, hat diese es nicht leiht sie es sich wiederum von der Zentralbank, die als einzige zum Gelddrucken befugt ist. Das Geld das in Umlauf kommt ensteht also immer durch Verschuldung. Das Problem bei der ganzen Sache ist, woher soll das Geld kommen für die zu zahlenden Zinsen?

Das Geld kann nur von neuen Krediten kommen die sich auch wieder jemand von einer Bank zu Zinsen geliehen hat. Durch Wachstum und Subventionen kann dieses System eine ganze Zeit lang aufrechterhalten werden. Da aber letzlich immer mehr Schulden als Geld vorhanden sind bleibt immer jemand durch Überschuldung auf der Strecke, im schlimmsten Fall der Staat selber.

Berühmt ist auch das Beispiel des „Joseph-Pfennigs“:  Hätte Joseph, für seinen Sohn Jesus, im Jahre Null einen Cent auf einer imaginären Bank von Jerusalem gelegt, bei fünf Prozent Zinsen, hätten ihm nach 15 Jahren zwei Cent zugestanden, nach 29 Jahren vier, und im Jahre 2000 hätten Josephs Nachkommen Anspruch auf 295 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold gehabt. Das Beispiel verdeutlicht sehr gut, dass die Welt auf Dauer nicht mit dem exponentialen Wachstum des Zinseszinses mithalten kann!

Als das Geldschaffung noch den Staaten selber unterlag gab es kein Geldproblem. Später wurden diese jedoch als unabhängig zum Staat angeordnet und gehören heute meist zu großen Teilen den verschiedenen Banken der Nationen. Erst mit diesem Schritt wurde die Staatsverschuldung ins Rollen gebracht. Verschärft wurde das Ganze später noch durch die Abschaffung des Goldstandards, denn bis dahin war das Papiergeld durch Gold gedeckt. Papiergeld war ursprünglich eine Quittung für eine Goldeinlage. Aber auch dieses System wurde im Verlaufe mehrerer Kriege von den Staaten abgeschafft um schnell an möglichst viel Geld für Rüstung zu kommen. Der Wert des Geldes ist durch nichts mehr gedeckt, es ist eine Einbildung, wie ein aufgeblasener Ballon. Genau wie ein Ballon, wird die Geldmenge ständig weiter aufgeblasen, und wie ein echter Ballon wird sie auch irgendwann platzen.

Und so ist heute nicht einmal das Geld sicher, dass man auf seinem Kontostand besitzt, denn es existiert nur in dieser Form, virtuell, wenn alle Leute auf einmal ihr Geld abheben kommt es zum berühmten „Banken-Crash“.

Die Leute die durch dieses Prinzip profitieren sind natürlich, zweifelsohne, die Eigentümer der Banken, sie schaffen Geld ohne einen wirklichen Wert dahinter, und machen dadurch noch mehr Geld. Diese Problematik des Zinses ist schon lange bekannt und war deshalb früher bei den Christen nicht ohne Grund verboten, im heutigen Islam hält sich dieses Gebot sogar bis heute.

Auch ist es so, dass wenn man, als privater Sparer, Geld an der Bank anlegt dieses Geld wieder verzinst wird. Das Geld vermehrt sich im Prinzip von selbst durch den Zinseffekt. Diese Prinzip bedingt das sich das Geld langsam von den Armen (die sich Geld ausleihen müssen) zu den Reichen (die das Geld anlegen) umschichtet. Der der sich Geld leiht, muss Zinsen zahlen die an die Bank und die Anleger weiter fließen.

Unser Geldsystem hat also letzten Endes nicht nur ein paar „Macken“, nein, es ist ein System mit ausbeuterischen Zügen, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander reißt und letzlich zum Kollabieren bestimmt ist.  In einem einzigen Text lässt sich kaum alles zusammenfassen, ich möchte jedem empfehlen sich weiter damit zu beschäftigen. Weiterführende Links für Intressierte befinden sich im Anhang.

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Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der zur Barbarei zurückführt. … Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen. -Silvio Gesell

Es ist gut, dass die Menschen des Landes unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn sonst, so glaube ich, hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution. -Henry Ford

Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null! -Voltaire

Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. -Mayer Amschel Rothschild

Das Kreditsystem, das seinen Mittelpunkt hat in den angeblichen Nationalbanken und den großen Geldverleihern und Wucherern um sie herum, ist eine enorme Zentralisation und gibt dieser Parasitenklasse eine fabelhafte Macht, nicht nur die industriellen Kapitalisten periodisch zu dezimieren, sondern auf die gefährlichste Weise in die wirkliche Produktion einzugreifen – und diese Bande weiß nichts von der Produktion und hat nichts mit ihr zu tun. – Karl Marx

Ich habe zwei große Feinde: Die Südarmee vor mir und die Finanzwelt hinter mir. Von diesen beiden Feinden ist der letztere der schlimmere. -Abraham Lincoln

Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank. -Bertholt Brecht

Es gibt das Gerücht das Staaten nicht pleite gehen können – Dieses Gerücht stimmt nicht -Angela Merkel

Wenn ihr weiterhin die Sklaven der Banken sein wollt und für eure eigene Versklavung bezahlen wollt, dann lasst die Banken weiterhin das Geld erschaffen und die Kredite kontrollieren. -Sir Josiah Stamp

Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird später stehen: „Zu viel war nicht genugVolker Pisper

Die USA und China führen eine Ehe wie meine Frau und ich. Die Frau gibt aus, was der Mann spart und verdient.Niall Ferguson

Es kommt sehr oft vor, dass Bankenkrisen zwei, drei Jahre später von Staatsbankrotten gefolgt werden -Kenneth Rogoff

Wenn Banken zu groß sind, pleite zu gehen, dann sind sie einfach zu groß. -Mervin King

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Weiterführende (Film-)Links:

Bücher zum Thema:

  • Dirk Müller – Crashkurs
  • Magrit Kennedy – Geld ohne Zins
  • Wolfgang Münchau – Kernschmelze im Finanzsystem
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