Wie man Arbeitslosenzahlen klein rechnet


Oft liest man von einer wundersamen Vermehrung der Arbeitsplätze in unseren Zeitungen. Und trotzdem hinterlassen solche Meldungen oft einen üblen Nachgeschmack spürt man doch im näheren Umkreis nicht viel von diesen immer wieder kehrenden „Jobwundern“. Hier wurde ein Verwandter gekündigt, da schließt die Spedition von nebenan und der Nachbar empfängt immer noch Hartz 4. Man erinnere sich beispielsweise an die Meldung letzten Jahres im Dezember in der unsere Kanzlerin stolz verkündete es gäbe nun nur noch unter 3 Millionen Arbeitslose. Warum merkt man aber so wenig davon?

Die Antwort liegt in der Verfahrensweise bei den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit, die die Kunst des Schönrechnens bis zur Perfektion beherrschen. Der Leser der Statistiken möchte denken das „Arbeitslose“ gleich zu setzen mit mit Leuten ohne Arbeit die deswegen auf Sozialhilfe angewiesen sind. Unsere Bundesagentur für Arbeit sieht das jedoch etwas anders.

Denn in den Statistiken werden beispielsweise folgende Gruppen nicht als arbeitslos gesehen:

  •  Leute die keine Arbeit haben, Sozialhilfe empfangen, aber an „Berufsqualifizierungsmaßnahmen“ teilnehmen
  • Arbeitlose die eine Berufsberatung in Anspruch nehmen
  • Arbeitslose die älter als 58 Jahre sind
  • Ein Euro-Jobber die weiterhin Arbeitslosengeld beziehen
  • Arbeitslose die krank geschrieben sind
  • Leute die für Dumpinglöhne arbeiten und deswegen Arbeitslosengeld beziehen müssen (der einzige eventuell angemessene Fall)

So werden Zahlen erreicht die über eine Million unter der tatsächlichen Arbeitslosigkeit liegen. Es lassen sich also kinderleicht Jobwunder erzielen in dem man mehr Leute in Fortbildungen schickt, Arbeitslose krank schreiben lässt usw.

Der Staat versucht hier ganz gezielt seine Bürger zu täuschen. Den Arbeitslosen wird eingeredet sie seien eine Minderheit und den Bürgern wird eine stabile wirtschaftliche Situation vorgegauckelt. Leider nur eins von vielen Beispielen in denen man mit schöngerechneten Zahlen gezielt die Leute hinters Licht führt.

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Im alten Rom hat ein Senator vorgeschlagen, man sollte alle Sklaven mit einem weissen Armband versehen, um sie besser erkennen zu können. „Nein“, sagte ein weiser Senator, „Wenn sie sehen wie viele sie sind, dann gibt es einen Aufstand gegen uns.

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