„Legalize it!“ Warum Cannabis legalisiert werden muss


Cannabis wird in China seit etwa 5000 Jahren und seit etwa 3000 Jahren angebaut in Europa. Seit dieser Zeit wird es auch schon konsumiert. Kaum ein Land der Erde besitzt nicht auch eine Cannabis-Tradition. Niemals hat es wirklich relevante Sucht-Probleme mit den Konsumenten gegeben. Die Schwierigkeiten resultieren seit jeher vorwiegend aus dem Verbot und der Verfolgung der Konsumenten in den heutigen Staaten. Cannabis und Haschisch sind eines der ältesten Genussmittel und in fast allen Kulturen integriert.

Die meist genannte Antwort darauf warum Cannabis immer noch verboten ist, ist die das Cannabis angeblich eine Einstiegsdroge sei. Doch diese These ist auf so viele unterschiedliche Arten und Weisen falsch. THC, der psychoaktive Wirkstoff in Cannabis und Haschich kann keine körperliche Sucht hervorrufen, im Gegensatz zu den völlig legalen Drogen Alkohol und Nikotin. Und wer Cannabis konsumiert wird wohl auch kaum dadurch automatisch süchtig nach Heroin oder Koks. Nein, Cannabis kann lediglich ein Einstieg in den Drogenschwarzmarkt bedeuten. Dies liegt jedoch nicht an der Substanz, sondern an dem Verbot. Das Verbot von Cannabis als Droge bringt seinen Konsumenten auf dem Drogenschwarzmarkt einfach in die Nähe von harten Drogen. Das Drogengeschäft wird von Leuten kontrolliert, die nur an den „harten“ Drogen wirklich etwas verdienen. Cannabis wird angeboten, weil es so beliebt bei den Kunden ist, der Gewinn selber ist eher gering. Alle Cannabis Konsumenten kommen somit regelmäßig mit harten Drogen in Berührung. Wäre Cannabis legal zu erhalten, würden große Teile des illegalen Drogenhandels verschwinden. Die Niederlande beispielsweise würden ihre Coffeeshop Regelung niemals aufgeben, weil gerade die Trennung der Märkte damit erfolgreich umgesetzt wurde. Und andererseits, welcher Cannabiskonsument hat den vor seinem ersten Joint noch nie eine Zigarette geraucht? Wäre da nicht eher der legale Tabak die eigentliche Einstiegsdroge?

Um mehr Gewinn aus dem Drogengeschäft zu holen werden Cannabis und Haschisch oft mit Substanzen wie Sand, Glas, aber auch Schuhcreme oder sogar Blei (!) gestreckt. Da es sich sowieso um einen völlig illegalisierten Markt handelt herrschen beim Strecken der Droge sehr wenig Skrupel. Die Nebenwirkungen die bei dem Konsum von gestrecktem Cannabis einhergehen sind oft enorm (z.B. Bleivergiftung) und werden zu Unrecht häufig dem Cannabis selber zugerechnet.  Es gibt keine Qualitätskontrollen und keinen Verbraucherschutz, wo durch unerfahrene Konsumenten oft Cannabis das mit besagten Giften gestreckt ist konsumieren. Verschlimmert wird dieser Zustand durch die Regelung, dass ein Händler, falls er erwischt wird, nach dem prozentualen THC-Anteil der Droge verurteilt wird. Je miserabler die Qualität des beschlagnahmten Stoffes, desto milder die Strafe. Das gesundheitsgefährdende Strecken mit z.B. Chemikalien wird dadurch auch noch belohnt.

Sechzig Prozent aller Gefängnisinsassen in Deutschland sitzen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel Gesetz im Gefängnis. Die meisten davon wegen Cannabis. Die Fülle der Verfahren wegen Cannabisbesitz belasten Gerichte und Gefängnisse völlig unnötig. Polizisten, Staatsanwaltschaften, Gerichte und Gefängnisse könnten sich um tatsächlich wichtige Verbrechensbekämpfung wie Steuerhinterziehung, Korruption, Gewalt oder Umweltverschmutzung kümmern wenn Cannabis legalisiert würde. Zusäzlich würde der Staat auch völlig neue Einnahmequellen durch die Besteuerung von Cannabis erschließen.

Drogen sind nicht ihrer tatsächlichen Gefährlichkeit nach in legal und illegal eingeteilt. Politische, traditionelle und wirtschaftliche Gründe waren und sind seit jeher ausschlaggebend. Deshalb sollte man endlich aufhören die Konsumenten von Cannabis zu kriminalisieren und stattdessen die Märkte zu Gunsten von Verbraucherschutz, Jusitzauslastung und Steuereinnahmen für Cannabis öffnen.

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