Zeitumstellung abschaffen!


Am Sonntag werden wieder einmal die Uhren umgestellt, die Normalzeit wird eine Stunde vorgedreht. Doch warum das Ganze?

Ursprünglich erfunden wurde die Sommerzeit wohl von Benjamin Franklin, in der Hoffnung dadurch Kerzen zu sparen. Mitten im Ersten Weltkrieg, vom 30. April bis zum 1. Mai 1916, stellten Deutschland und Österreich ihre Uhren vor. Frankreich, Italien, Belgien, Dänemark, die Türkei und weiterere europäischer Staaten folgten dem Beispiel sofort. Drei Wochen später führte schließlich auch Großbritannien die Sommerzeit ein.  Doch die Idee stellte sich als Fehlschlag heraus, zu gering ist der Anteil des elektrischen Lichts am Energieverbrauch. Und so schafft Deutschland die Sommerzeit nach dem Ersten Weltkrieg wieder ab – um sie schließlich im nächsten Weltkrieg wieder einzuführen. Neun Jahre blieb diese Regelung in Kraft, von 1940 bis 1949. In der Sowjetisch Besetzten Zone wurden die Uhren 1945 sogar um zwei Stunden vorgestellt.

Nach den Gründungen von Bundesrepublik und DDR ist mit der Zeitumstellung in Deutschland zunächst Schluss. Als Frankreich die Sommerzeit in der Ölkrise von 1973 wieder einführt, zieht Deutschland nicht mit. Die Bundesregierung will verhindern, dass die westdeutschen Uhren anders gehen als die in der DDR. Sieben Jahre später führen die beiden deutschen Staaten jedoch die Sommerzeit gleichzeitig ein. Hauptargument ist diesmal nicht die angebliche Energie-Ersparnis, sondern vielmehr die „Harmonisierung“ der europäischen Uhrzeit. Von Harmonie kann jedoch noch keine Rede sein, alle EG-Staaten stellen ihre Uhren zu unterschiedlichen Terminen um. Erst 1996 werden diese Termine gemeinsam angeglichen. Seither werden die europäischen Uhren alljährlich am letzten Sonntag im März um 2.00 Uhr morgens um eine Stunde vorgestellt. Die Rückkehr zur winterlichen Normalzeit findet am letzten Sonntag im Oktober statt. Dann wird um 3.00 Uhr die Uhr um eine Stunde zurückgestellt.

Dadurch geht die Sonne in Europa zwischen März und Oktober eine Stunde später unter, dummerweise geht sie auch eine Stunde später wieder auf. In dieser einen vorgestellten Stunde wird an den kalten Morgen im März und April, im September und Oktober verstärkt geheizt. Von Energieersparnis kann also keine Rede sein. Tatsächlich bringt die Umstellung auf „Sommerzeit“ nur Nachteile mit sich. Die Leute werden aus ihrem Schlafrythmus gerissen, bis hin zu „MiniJet-Lags“. Die Verspätung auf Arbeitsplätzen fallen in den ersten 2 Wochen nach der Zeitumstellung um etwa 3% höher aus, da einige Menschen eine gewisse Zeit brauchen um die Zeitumstellung körperlich zu verarbeiten. Statistiken zeigen, dass durch die Zeitumstellung zwischen 8,5 und 12 Prozent mehr Menschen einen Arzt aufsuchen, wobei die Anpassung an die Sommerzeit besonders schwierig ist. Und auch in den Schulen macht sich die Unkonzentriertheit von Schülern bemerkbar, insbesondere in den Sonderschulen da Autisten, Epileptiker, Down-Syndrom-Schüler u.ä. oft stärker von der Gleichmässigkeit des Tages abhängig sind.

Da die Sommerzeit keinerlei Energie spart, sondern eventuell sogar einen höheren Energieverbrauch verursacht, gibt es schon lange kein Argument mehr für die Umstellung auf „Sommerzeit“. Im Gegenteil, die Auswirkungen sind durch und durch negativ, da die Leute völlig aus ihrem Schlafrythmus gerissen werden. Daher gibt es nur eine logische Konsequenz: Die Sommerzeit endgültig abzuschaffen.

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