Der Irakkrieg und seine wahren Ursachen

Jedem ist mitlerweile bekannt, dass jede Begründung für den Irakkrieg eine vorgeschobene Lüge war. Die Lügen im Vorfeld des Irakkrieges waren unzählich: Weder war die Regierung des Irakes in den Anschlägen des 11. Septembers verwickelt, noch versteckte man Osama Bin Laden, noch steckte man hinter den Milzbrandanschlägen in den USA, man wollte auch keine Atombomben bauen und vor allen Dingen gab waren sogenannten „Massenvernichtungswaffen“ die Hussein ja angeblich besitzen sollte, dies war eine bewusste Lüge der Geheimdienste. Da alle diese Gründe vorgeschoben waren, nützte es Hussein auch nichts die UN-Kontrolleure in sein Land zu lassen, denn der Krieg war bereits beschlossene Sache. Diese Lügen sind Tatsachen die fast jedem Menschen bekannt sind. Nur warum der Krieg nun wirklich geführt wurde ist eine Frage die kaum gestellt wird und wenn sie dann doch gestellt wird, wird sie wage mit „Öl“ benatwortet ohne das genau auszuführen. Die präzisere Antwort wäre aber vermutlich eher: „Der Dollar“.

Der US-Dollar ist etwa seit dem Ende des zweiten Weltkrieges die weltweite Leitwährung, auch nachdem 1973 der Goldstandard abgeschafft wurde. Der Wert des Dollars liegt also darin, dass wesentliche Ressourcen immer noch in Dollar gehandelt werden. Würde der Dollar tatsächlich auf seine ursprüngliche Funktion zurück geführt werden würde eine Blase der Inflation platzen und der Dollar würde einen enormen Wertverlust erleben. Der wichtigste Faktor für den Wert des Dollars ist der weltweite Ressourcenhandel und ganz vorne dabei ist der Handel mit Öl. Der Handel mit Öl in Dollar besteht etwa seit dem der Dollar sich als Leitwährung etabliert hat und wurde entscheidend wichtig als der us-amerikanische Goldstandard endgültig abgeschafft wurde. Von nun an hing ein enormer Wert des Dollars an dem Umstand, dass über ihn der Ölhandel lief. Auch gibt dieser Umstand den USA einen enormen Vorteil gegnüber seinen Konkurrenten China und Russland.

Durch die Einführung des Euros gab es jedoch erstmals eine Währung die das Potenzial hatte dem Dollar seinen Rang abzulaufen und an der Regel „Öl nur gegen Dollar“ zu rütteln. Tatsächlich war Saddam Hussein einer der ersten Politiker die an diesem Deal rüttelten und nicht mehr mit machen wollten. Im Jahr 2000 erklärte er beim Kauf vom irakischen Öls nur noch Euro akzeptieren zu wollen. Des weiteren tauschte man einen Großteil der nationalen Dollarreserven gegen Euro ein. Diese Reform war der Punkt an dem Hussein sein Schicksal besiegelte. Die USA konnte unter keinen Umständen zulassen, dass der Dollar seine Position als Welthandelswährung verlor und eventuell andere Staaten den Vorbild des Irakes folgen würden.

Denn was würde passieren wenn die OPEC (die öl-exportierenden Staaten) plötzlich geordnet auf Euro umstiegen? Alle westlichen Staaten und deren Zentralbanken müssten die „Währungs-Reserven“ von Dollar auf Euro umstellen. Der Dollar würde sofort bis zur Hälfte seines Wertes verlieren. Folge wäre Inflation und Rezession für die US-Wirtschaft. Das widerum würde zu einer „Flucht“ aus amerikanischen Wertpapieren führen (Staatsanleihen, Aktien amerikanischer AGs etc.). Es würde also ein negativer Domino-Effekt für die gesamte USA einsetzen.

Deswegen war auch eine der ersten Aktionen nach dem gewonnen Krieg, die vorherige Reform wieder rückgängig zu machen und das Öl wieder in Dollar zu handeln. Dieser rote Faden zieht sich fast durch die gesamte neuere US-Außenpolitik. 2002 sprach US-Präsident Bush das erste mal von einer „Achse des Bösen“ die den Weltfrieden durch Terrorismus und Aufrüstung gefährden würde. Die Achse des Bösen bestand aus dem Irak, Nordkorea und dem Iran. Nordkorea hatte 2002 seine gesamten Dollarbestände in Euro umgewechselt. Auch Venezuela hat unter Chavez immer wieder enormen Gegenwird durch die USA erfahren, inklusive Umsturzversuche bei denen die USA als massiver Unterstützer bekannt wurde. In Venezuela hatte man nicht nur die Öl-Wirtschaft verstaatlicht (um ihren Wohlstand auf das gemeine Volk zu verteilen), sondern hatte 2007 auch den staatlichen Öl-Konzern angewiesen all seine Dollarreserven in Euro umzutauschen. Der Iran der in den letzten Jahren den schärsten Gegenwind von Seiten der USA erfahren. Der Iran hatte ebenfalls 2002 verabschiedet, dass man außer Dollar nun auch Euro für die Ölkäufe akzeptieren würde und stellte 2008 den Ölhandel schließlich komplett auf Nicht-Dollar-Währungen um. Andere Länder besitzen ähnlich autoritäre Systeme wie die „Achse des Bösen“ und bleiben seit jeher unbehelligt von den USA wie z.B. Saudi-Arabien und andere kleinere Staaten des nahen Osten.

Letzlich gibt es für Kriege und Außenpolitik jeder Nation natürlich immer mehr als einen Grund. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass der Ölhandel einen entscheidenden Faktor für die USA bildet und sich wie ein roter Faden durch die US-Außenpolitik zieht. Es lohnt sich in jedem Fall genauer auf die wirtschaftlichen Faktoren und Interessen bei außenpolitischen Konflikten zu sehen.

 

Literatur

Dirk Müller, C(r)ashkurs

Spenden-Suchmaschienen

Suchmaschienen wie Google machen Milliardengewinn, der der Masse allerdings nichts nützt. Allerdings gibt es Suchmaschienen die ihre Erlöse spenden. Bei benefind kann man sich frei ein oder mehrere Non-Profit-Organisationen aussuchen die man unterstützen möchte z.B. terre des hommes, Anmesty International, Robin Wood, Campact und andere. Benefind spendet dann für jede zweite Suche einen Cent an die Organisationen. Bei Ecosia wird für jede Suche ein neuer Baum gepflanzt innerhalb eines Wiederaufforstungsprojektes in Braslilien. Beide Suchmaschienen geben an ihren Strom aus regenerativen Energien zu beziehen.

Kinder unter Drogen: Ritalin

1991 wurde in Deutschland gab es 1500 Kindern mit ADHS-Diagnose, 2009 waren es, nach amtlichen Schätzungen, schon 600.000 Kinder. Diese greadezu absurde Steigerungsrate legt den Verdacht nahe, dass ADHS auch bei Kindern diagnostiziert wurde die die Krankheit nicht hatten. Denn auch der Absatz von Psyschostimulanzien ist von 1990 bis 2007 auf das 150-fache gestiegen. Kinder mit Diagnose ADHS bekommen in fast allen Fällen die Psyschostimlulanz „Ritalin“ verschrieben.

Ritalin ist der handelsübliche Name des Präparates mit dem Wirkstoff Methylphenidat. In Deutschland gilt Methylphenidat als sogenanntes „verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel“, in den USA als Betäubungsmittel der Klasse II, dieselbe Klassifikation wie für Kokain, Morphium und Amphetamine. Obwohl Methylphenidat unter bestimmten Umständen beruhigend wirkt und deshalb als „Zappelphilipp-Droge“ berüchtigt wurde, ist es gleichzeitig ein potentes Stimulanz, mit der auch auf dem Schwarzmarkt gedealt wird. Ritalin gilt zwar als Medikament, doch können bei seiner Einnahme ernste Nebenwirkungen auftreten. Zwei Todesfälle aus dem Jahr 1995 sind laut DEA auf das Schnupfen von Ritalin zurückzuführen. Aber auch der normale Gebrauch ist problematisch: Im Jahr 2000 starb ein Vierzehnjähriger Junge, der seit 10 Jahren Ritalin nahm, an einem Herzinfakt. 2006 gab es schon 25 Todesfälle die auf Ritalin zurück gefuhrt wurden. Doch nicht nur die Todesfälle sind problematisch, laut Studien haben Kinder die Stimulanzien nehmen, eine doppelt so großer Wahrscheinlichkeit  später drogensüchtig zu werden, als Kinder, die keine rezeptpflichtigen Medikamente einnehmen.

Bereits 1986 veröffentlichte das International Journal of the Addictions eine vergleichende Studie über sämtliche wissenschaftliche Publikationen, die sich mit den Nebenwirkungen von Ritalin auseinandersetzten. Es sind deren über hundert, alle wissenschaftlich abgesichert und zum Teil alles andere als harmlos. Es sind nicht alle Nebenwirkungen von Ritalin bekannt, aber schon der Beipackzettel nennt eine hohe Anzahl an Nebenwirkungen, hier nur ein Auszug:

Sehr häufig (1 von 10 Behandelten):

  • Schlafstörungen, Schlaflosigkeit
  • verstärkte Reizbarkeit
  • Nervösität

Häufig (1-10 von 100 Behandelten)

  • Appetitlosigkeit
  • Abnormales Verhalten
  • Aggression
  • Ängstlichekit
  • Depression
  • Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Unruhe
  • Überregbarkeit
  • Störung der Bewegungsabläufe
  • Erhöhung der Herzfrequenz
  • gestörter Herzrythmus
  • Erhöhung des Blutdrucks
  • Haarausfall
  • Fieber
  • Übelkeit

Zu den selteneren Nebewirkung zählen u.a. Blutkörperchenabnahme, Selbstmordneigungen, Überaktitvität, Gewichstabnahme und Herzschmerzen. Diese Nebenwirkungen werden Kindern oft nur zugemutet um ihre schulischen Leistung zu steigern, während oft ernsthafte ADHS-Probleme wie z.B. Gewalt o.ä. bei den Kindern gar nicht vorhanden sind. Dabei sind längst auch natürliche Behandlungen von ADHS vorhanden wie z.B. Diäten bei denen langfristig auf industriellen Zucker, Koffein und bestimmte Zusatzstoffe verzichtet wird.

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Literatur:

Hans-Ulrich Grumm – Die Ernährungslüge

Videos:

http://www.youtube.com/watch?v=DsT8dCQGqm8

Links:

http://ritalin-kritik.de/

Der ultimative Trip: Albert Hofmann der Erfinder des LSD wird 100

Die Doku beschreibt die Geschichte LSD und wer am meisten unter dem LSD-Verbot leidet: Die medizinische Forschung.

Die grüne Kunst des Verrates

Die Grünen in Deutschland gelten gemeinhin unter der Bevölkerung noch als relativ unangepasste und pazifistische Partei, die Interessen von Umweltschutz und sozial Benachteiligten vertritt. Selbst die Parteibasis ist zu großen Teilen noch von „der guten Sache“ überzeugt. Einer genaueren Prüfung hält diese These jedoch schon seit Jahrzehnten nicht mehr stand.

Um zu verstehen von welcher Ausgangslage sich die Grünen wie und warum entwickelt haben, muss man zunächst die Geschichte der Grünen beleuchten. 1979 wurde der erste Landesverband der Grünen gegründet, 1980 folgte der Bundesverband. Die Partei ging hauptsächlich auf die Anti-Atomkraftbewegung und Umweltschützer  zurück und entwickelte sich sehr bald zu einem Sammelbecken von Feministinnen, kommunistischen Gruppierungen und Pazifisten. Wobei dazu zu sagen ist, dass die damalige Anti-Atomkraftbewegung schon damals einen nennenswerten Anteil von konservativen Umweltschützern hatte, die bis dahin jedoch relativ unabhängig voneinander operierten. Jedoch zeigte sich schon bald in der Verabschiedung des ersten Parteienprogramms, dass „die Linken“ das Sagen hatten. Innerhalb des Programms positionierten sich die Grünen “ „sozial, ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei“, man sah sich als „Anti-Parteien-Partei“. Eine ganze Reihe konservativer Parteimitglieder traten in Folge dessen zusammen mit dem ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Herbert Gruhl aus der Partei und gründeten die ÖDP. Damit bestand die Parteibasis der Grünen aus einer linken Mehrheit. Die übriggebliebenen Bürgerlichen, Konservativen und Rechten innerhalb der Grünen organisierten sich später unter der Selbstbezeichnung „Realos“, ihren Gegnern gaben sie die Bezeichnung „Fundis“ (Fundamentalisten). Der linke Flügel sah seine Selbstbezeichnung jedoch eher in Begriffen wie „RadikalökologInnen“, „Ökosozialisten“ und „Fundamentaloppostion“. Bei der Organisierung des rechten Flügels spielten die sogennaten Realo-Spontis, zu denen auch Joschka Fischer gehörte, eine zentrale Rolle. Obwohl sie die inhaltlichen Anliegen der Grünen zunächst verachtet hatten und sie bekämpften, war man nach den ersten Wahlerfolgen dazu übergegangen in die Partei einzutreten. Die Realo-Spontis schlossen sich in Frankfurt mit den hessischen konservativen Grünen zusammen und setzten Fischer als Kandidaten für die Bundestagswahl gegen den Kandidaten durch den der Frankfurter Kreisverband urpsrünglich aufgestellt hatte. Sechs Monate später wurde Fischer Bundestagsabgeordneter, schied 1985 jedoch wieder wegen des Rotationsprinzip der Grünen aus. Fischer selbst bezeichnet seinen Parteieintritt als Beginn des Kampfes zwischen „Realos“ und „Fundis“.

Jutta Dittfurth sieht heute in der Aufgabe des Prinzips der Grünen sich nicht an Regierungen zu beteiligen, den ersten taktischen Sieg zur Parteiübernahme durch den rechten Flügel der Grünen. Denn entgegen dieses Beschlusses begannen im Juni 1984 die hessischen Grünen ein Tolerierungsbündnis mit der SPD, eine Vorstufe zur Koalition, was damals noch immens bestritten wurde. Dabei wurden die Grünen lediglich mit einem Zuschuss für alternative Projekte und einer Million D-Mark für eine Sicherheitsstudie (bezogen auf das Atomkraftwerk Biblis) abgespeist. Die Stillegung der hessischen Atomkraftwerke oder zu mindest höhere Auflagen für die Atomkraftwerke wurden nicht einmal gefordert. Es war der Beginn eines Trendes der „Realpolitik“ der Grünen der nun langsam einsetzte. Es wurde lediglich verabredet keine neuen Atomkraftwerke zu bauen, die aber ohnehin kein AKW-Betreiber mehr bauen wollte. Nachdem die SPD im Rahmen der Kooperierung, aber auch dieses Abkommen brechen wollte, mit der Genehmigung des Neubaus der Atomfabrik Nukem in Hanau, wurde das Zweckbündnis aufgelöst, in den Hoffnung bei den Neuwahlen gleich eine Koalition zu erreichen.

Kurz vor den hessischen Kommunalwahlen veröffentlichte die Realo-Sponti-Zeitschrift „Pflasterstrand“ aus Frankfurt eine Kampfansage, die angeblichen „Radikalbolschewisten“ sollten durch eine Eintrittswelle überschwemmt werden. In einer späteren Ausgabe schrieb „Pflasterstrand“, dass man zugreifen müsse sobald sich Führungsposten anbieten und dadurch neue lebensgeschichtliche Perspektiven offen stehen würden. Oder um es verständlich auszudrücken: Man forderte auf, zu Polit-Karrieristen zu werden. In den nächsten Stadtfraktionen war der linke Flügel der Grünen nun in der Minderheit. Viel später, 2006 sorgte die schwarz-grüne Koalition, im Stadtparlament Frankfurts, auf Bestreben der Grünen schließlich dafür, dass ÖkoLinx, eine Initiative aus ehemaligen linken Grünen, der Fraktionsstatus und somit sämliche Geldmittel entzogen wurden, eine Aktion die selbst die CDU wohl überraschte.

Der neue Mitgliederstrom durch Realos führte dazu, dass schließlich innerhalb der Grünen der Weg für erste grüne Regierungsbeteiligung gelegt wurde. Fischer der vorher noch behauptet hatte er wäre an Ministerposten nicht interessiert, wurde innerhalb der hessischen rot-grünen Koalition Umweltminister. 1986 begann die Staatsanwaltschaft begann gegen die Hanauer Atomanlagen zu ermitteln. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen drei Beamte aus dem Wirtschaftsministerium, sowie gegen den Geschäftsführer von Alkem. Fischer drohte eine Anklage wegen Beihilfe zum Betrieb einer illegallen Atomanlage.Fischer wusste, dass die Atomanlage nicht mit dem geltenden Bundesimmisionsschutzgesetz vereinbar war, doch hätte er Anklage erhoben wäre die rot-grüne Koalition zerbrochen. Bei den Gutachten die Fischer in Auftrag gab um zu beweisen, dass er eigentlich nichts unternehmen konnte kam mehrmals heraus, dass er durchaus Widerspruch hätte einlegen können, selbst eine Expertise der SPD kam zu diesem Schluss. Die Koalition mit den Grünen, wurde seitens der SPD aufgelöst. 1988 schon verlangten die Realos einen Programmwandel hin zum „ökologischen Kapitalismus“ und Fischer plädierte für den Wandel seiner Partei hin zu einer „Grünen FDP“. Der Vergleich der Grünen mit der FDP auf dem Fahrrad und dem Dosenpfand, ist also gar nicht so weit hergeholt wie manche Grünen-Sympathisanten meinen, er stammt von Fischer selber. Der konsumfreundliche „Cytoyen“ sollte die Zielgruppe der Partei werden. Die Vorschläge der Realos wurden von der Basis abgelehnt und somit erst einmal nicht umgesetzt, doch sie sollten später zukunftsentscheidend für den weiteren Verlauf der Grünen werden.

Der Flügel der Realos griff schließlich zum Mittel der Diffamierung und versuchte mit verschiedensten Anschuldigungen den linken Bundesvorstand zu stürzen. Viele linke Grüne waren verunsichert und wechselten die Seiten, unter ihnen auch Jürgen Trittin. Mit dem Vorwurf einer „Finanzintrige“ des Bundesvorstandes brachte man schließlich 1988 die Basis dazu mit einer knappen Mehrheit den Rücktritt des Bundesvorstandes zu fordern, was dieser auch tat. Erst danach  stellten fünf unabhängige Untersuchungen die Unschuld des Bundesvorstandes fest. Der Rücktritt und die spätere Wahlniederlage bei Bundestagswahl  1990 führte zur Übernahme des Kurses der Realos. 10.000 Mitglieder der Grünen (!) traten als Reaktion darauf aus der Partei aus.  Und auch das alte Parteisystem mit seinem Rotationsprinzip, dass Parteikarrieristen verhindern sollte wurde nun abgeschafft. Damit war bei den Grünen ein linker Flügel quasi nicht mehr vorhanden und es entbehrt jeder Grundlage heute noch von „Fundis“ und „Realos“ zu sprechen, da von da an die Ziele der Realos kursentscheidend waren, die Grünen kehrten nie mehr zu den alten Zielen des Pazifismus, der Basisdemokratie und der radikalen Anti-Atompolitik bzw. Umweltschutzpolitik zurück.

Durch die Auslöschung des linken Flügels wurden nun alle Wege geebnet damit die Grünen eine reine Oppurtunisten-Partei wurden. Im folgenden Abschnitt soll nun die Realpolitik der Grünen an kurzgefassten Beispielen veranschaulicht werden. Um diese Realpolitik zu verstehen ist es wichtig zu wissen, dass man im Vorfeld sich bereits des unbequemen, linken Flügels entledigt hatte und von nun an der Realo-Flügel bestimmend war, der Flügel der Grünen der überhaupt die Regierungsverantwortung angestrebt hatte.

1998 sagte Joschka Fischer bereits, dass ihn keinesfalls interessiere wann das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet  werde, sondern wann das erste abgeschaltet würde. Schröder präzisierte diese Aussage: Wenn man den Atomgegnern klar machen könnte, dass der Ausstieg komme, rücke die Frage des defintiven Endes der Atomkraft in den Hintergrund. Genau diese Aussagen beschreiben auch ziemlich treffend die Atompolitik der Grünen. Der verabschiedete Atomausstieg wurde zusammen mit den Betreibern selbst entworfen. Bei den Ausstiegsplänen ist jedoch ein defintiver Ausstiegspunkt gar nicht vorgesehen, es ist lediglich ein Limit an zu produzierenden Strom vorgesehen. Ist dieses Limit erreicht muss abgeschaltet werden. Diese Regelung wurde deswegen getroffen, weil sich der definitive Ausstieg durch zahlreiche Tricksereien weiter aufschieben lässt. Vor einigen Jahrzehnten wurde noch von Seiten der Betreiber behauptet, dass Atomkraftwerke lediglich 25 Jahre laufen sollten, u.a. aus Sicherheitsgründen. Durch den Atomausstieg wurde jedoch der Weg dafür geebnet, Kraftwerke weiter laufen zu lassen, die bereits länger als 25 Jahre in Betrieb waren. Dieses Muster setzt sich fort wenn man die Landes- und Kommunalpolitik grüner Regierungen betrachtet. In Bielefeld beispielsweise ist die Stadt Miteigentümer vom  Kernkraftwerk Grohnde, ein Kernkraftwerk das bereits 1984, ein Jahr bevor es kommerziell genutzt wurde, den ersten kritischen Reaktorvorfall hatte. Die  Grünen beschlossen, innerhalb der Stadtversammlung, bereits vor der Laufzeitverlängerung von CDU und FDP, dass man für den Fall einer Laufzeitverlängerung auch das Kernkraftwerk Grohnde länger als geplant laufen lassen wolle. Zudem ist Bielefeld vom Strom des AKWs nicht abhängig, etwa die Hälfte des produzierten Stromes wird verkauft und dient somit lediglich als Einnahmequelle für die Stadt. In Schleswig-Holstein wollte die rot-grüne Regierung einen landesinternen Atomausstieg erwirken, knickte jedoch bereits ein als die betroffenen Betreiber drohten auf Schadensersatz zu klagen. Die Folgen der Hamburger Schwarz-Grünen Koalition sind sogar relativ bekannt: Elbvertiefung und Neubau eines Kohlekraftwerkes. Projekte bei denen die Grünen im Wahlkampf noch damit geworben hatten sie aufhalten zu wollen.

1999 beschlossen die Grünen den Krieg in Jugoslawien mit, der erste Krieg überhaupt an dem die BRD beteiligt war. Von jugoslawischer Seite hatte man, bereits vor dem Krieg der NATO, Pläne chemischer Anlagen ausgehändigt, um im Falle eines Krieges dafür zu sorgen, dass keine chemischen Giftstoffe durch Bombardierung freigesetzt werden. Genau auf Basis dieser Pläne bombardierte man jedoch scheinbar Jugoslawien, da die chemischen Anlagen gezielt zerstört wurden und eine ganze Reihe chemischer Gifte freigesetzt wurden. Der damalige Kanzler Schröder, hat räumte erst neuerdings ein, dass dieser Krieg völkerrechtlich illegal war. Später wurde auch der noch unbeliebtere Afghanistan-Einsatz von den Grünen mitbeschlossen, einen Einsatz bei denen viele die Gefahr eines „neuen Vietnam“ sehen. Wohl gemerkt, diese Kriege wurden von den Grünen beschlossen, einer Partei die noch etwa 10 Jahre vorher den Austritt aus der NATO gefordert hatte, sogar einen Selbstverteidigungskrieg auf eigenem Land hatten die Grünen ursprünglich abgelehnt.

Unter der rot-grünen Regierung beschlossen die Grünen ebenfalls die unsozialen Hartz 4-Reformen, die Ein-Eurojobs, sowie enorme Steuergeschenke für Konzerne mit. Heute machen die Grünen aber wieder mit der Milderung der Umstände für die Hartz 4-Betroffenen Wahlkampf.

Bei Stuttgart 21 profilierten sich die Grünen sogar erfolgreich als Gegner des Bahnhofes, hatten in echt jedoch im Bundestag und im Aufsichtsrat der deutschen Bahn das Projekt selbst mit abgesegnet. Zudem hatten einige Grünen-Politiker sich sogar offen für S21 bekannt und waren auf entsprechenden Veranstaltungen als Redner aufgetreten. Auch hatte es schon Jahre vor den großen Protesten eine Unterschriften-Liste für eine kommunale Abstimmung zu S21 gegeben, letztendlich wurde diese aber von den Grünen und SPD auf Landesebene organisiert, weil hier die Chance des Zuspruches höher lag.

Die Kunst der Grünen besteht heute nur noch darin etwas vorzutäuschen, dass sie längst nicht mehr sind. Tatsächlich gelten die Grünen immer noch als Partei die für Umweltschutz, Anti-AKW-Politik und Pazifismus steht. Doch von diesen alten Idealen ist schon lange nichts mehr übrig.

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Literatur:

„Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tuen: Die Grünen“ von Jutta Ditfurth