Der Irakkrieg und seine wahren Ursachen


Jedem ist mitlerweile bekannt, dass jede Begründung für den Irakkrieg eine vorgeschobene Lüge war. Die Lügen im Vorfeld des Irakkrieges waren unzählich: Weder war die Regierung des Irakes in den Anschlägen des 11. Septembers verwickelt, noch versteckte man Osama Bin Laden, noch steckte man hinter den Milzbrandanschlägen in den USA, man wollte auch keine Atombomben bauen und vor allen Dingen gab waren sogenannten „Massenvernichtungswaffen“ die Hussein ja angeblich besitzen sollte, dies war eine bewusste Lüge der Geheimdienste. Da alle diese Gründe vorgeschoben waren, nützte es Hussein auch nichts die UN-Kontrolleure in sein Land zu lassen, denn der Krieg war bereits beschlossene Sache. Diese Lügen sind Tatsachen die fast jedem Menschen bekannt sind. Nur warum der Krieg nun wirklich geführt wurde ist eine Frage die kaum gestellt wird und wenn sie dann doch gestellt wird, wird sie wage mit „Öl“ benatwortet ohne das genau auszuführen. Die präzisere Antwort wäre aber vermutlich eher: „Der Dollar“.

Der US-Dollar ist etwa seit dem Ende des zweiten Weltkrieges die weltweite Leitwährung, auch nachdem 1973 der Goldstandard abgeschafft wurde. Der Wert des Dollars liegt also darin, dass wesentliche Ressourcen immer noch in Dollar gehandelt werden. Würde der Dollar tatsächlich auf seine ursprüngliche Funktion zurück geführt werden würde eine Blase der Inflation platzen und der Dollar würde einen enormen Wertverlust erleben. Der wichtigste Faktor für den Wert des Dollars ist der weltweite Ressourcenhandel und ganz vorne dabei ist der Handel mit Öl. Der Handel mit Öl in Dollar besteht etwa seit dem der Dollar sich als Leitwährung etabliert hat und wurde entscheidend wichtig als der us-amerikanische Goldstandard endgültig abgeschafft wurde. Von nun an hing ein enormer Wert des Dollars an dem Umstand, dass über ihn der Ölhandel lief. Auch gibt dieser Umstand den USA einen enormen Vorteil gegnüber seinen Konkurrenten China und Russland.

Durch die Einführung des Euros gab es jedoch erstmals eine Währung die das Potenzial hatte dem Dollar seinen Rang abzulaufen und an der Regel „Öl nur gegen Dollar“ zu rütteln. Tatsächlich war Saddam Hussein einer der ersten Politiker die an diesem Deal rüttelten und nicht mehr mit machen wollten. Im Jahr 2000 erklärte er beim Kauf vom irakischen Öls nur noch Euro akzeptieren zu wollen. Des weiteren tauschte man einen Großteil der nationalen Dollarreserven gegen Euro ein. Diese Reform war der Punkt an dem Hussein sein Schicksal besiegelte. Die USA konnte unter keinen Umständen zulassen, dass der Dollar seine Position als Welthandelswährung verlor und eventuell andere Staaten den Vorbild des Irakes folgen würden.

Denn was würde passieren wenn die OPEC (die öl-exportierenden Staaten) plötzlich geordnet auf Euro umstiegen? Alle westlichen Staaten und deren Zentralbanken müssten die „Währungs-Reserven“ von Dollar auf Euro umstellen. Der Dollar würde sofort bis zur Hälfte seines Wertes verlieren. Folge wäre Inflation und Rezession für die US-Wirtschaft. Das widerum würde zu einer „Flucht“ aus amerikanischen Wertpapieren führen (Staatsanleihen, Aktien amerikanischer AGs etc.). Es würde also ein negativer Domino-Effekt für die gesamte USA einsetzen.

Deswegen war auch eine der ersten Aktionen nach dem gewonnen Krieg, die vorherige Reform wieder rückgängig zu machen und das Öl wieder in Dollar zu handeln. Dieser rote Faden zieht sich fast durch die gesamte neuere US-Außenpolitik. 2002 sprach US-Präsident Bush das erste mal von einer „Achse des Bösen“ die den Weltfrieden durch Terrorismus und Aufrüstung gefährden würde. Die Achse des Bösen bestand aus dem Irak, Nordkorea und dem Iran. Nordkorea hatte 2002 seine gesamten Dollarbestände in Euro umgewechselt. Auch Venezuela hat unter Chavez immer wieder enormen Gegenwird durch die USA erfahren, inklusive Umsturzversuche bei denen die USA als massiver Unterstützer bekannt wurde. In Venezuela hatte man nicht nur die Öl-Wirtschaft verstaatlicht (um ihren Wohlstand auf das gemeine Volk zu verteilen), sondern hatte 2007 auch den staatlichen Öl-Konzern angewiesen all seine Dollarreserven in Euro umzutauschen. Der Iran der in den letzten Jahren den schärsten Gegenwind von Seiten der USA erfahren. Der Iran hatte ebenfalls 2002 verabschiedet, dass man außer Dollar nun auch Euro für die Ölkäufe akzeptieren würde und stellte 2008 den Ölhandel schließlich komplett auf Nicht-Dollar-Währungen um. Andere Länder besitzen ähnlich autoritäre Systeme wie die „Achse des Bösen“ und bleiben seit jeher unbehelligt von den USA wie z.B. Saudi-Arabien und andere kleinere Staaten des nahen Osten.

Letzlich gibt es für Kriege und Außenpolitik jeder Nation natürlich immer mehr als einen Grund. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass der Ölhandel einen entscheidenden Faktor für die USA bildet und sich wie ein roter Faden durch die US-Außenpolitik zieht. Es lohnt sich in jedem Fall genauer auf die wirtschaftlichen Faktoren und Interessen bei außenpolitischen Konflikten zu sehen.

 

Literatur

Dirk Müller, C(r)ashkurs

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